Der Märchenkönig: König Ludwig II. von Bayern und seine Märchenschlösser sind der Welt ein Begriff. Als letzter wahrer König des Jahrhunderts rühmte ihn Paul Verlaine in seinem Sonett.
Seine Zeitgenossen warfen ihm Verschwendungssucht vor. Doch heute gehören die Schlösser Ludwigs II., die sich so prachtvoll
in die Alpenlandschaft fügen, zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns.
Millionen von Besuchern werden alljährlich in ihren Bann gezogen.
Richard Wagner,
Sissi & die Einsamkeit:
Ein halbes Jahr nach seiner Volljährigkeit wurde Ludwig nach dem überraschenden Tod seines Vaters Maximilian 1864 zum König von Bayern gekrönt.
Unmittelbar nach seinem Amtsantritt berief Ludwig II. Richard Wagner nach München. Er überhäufte den Komponisten mit Geld und Gunstbeweisen, einige seiner Werke wurden an der Isar uraufgeführt. Die Welt der Musikdramen Wagners
wurden für den Herscher zum Leitbild, auch wenn der Komponist nach eineinhalb Jahren München wieder verlassen musste und sein Festspielhaus in Bayreuth gebaut wurde.
Die vielleicht glücklichsten Stunden seines Lebens genoss der feinfühlige Herscher auf der
Roseninsel im Starnberger See. Dort traf er sich zum Beispiel mit seiner acht Jahren älteren Cousine Elisabeth, Sissi genannt, der bildschönen Kaiserin von Österreich. In ihren Gedichten , die sie füreinander auf der Insel hinterlegten, nannte er sie "Taube", sie ihn "Adler".
Sonst aber zog sich Ludwig mehr und mehr in die Einsamkeit zurück und begeisterte sich für seine zahlreichen Bauvorhaben.
Im Schloss Hohenschwangau verbrachte Ludwig einen Großteil seiner Kindheit. In unmittelbarer Nähe erbaute er später
Neuschwanstein, die Ritterburg, wohl das berühmteste seiner Bauwerke.
Schloss Neuschwanstein:
Ein Zauber liegt über der romantischen, silberweißen Feste. Die einzigartige Lage auf einem Felsen über der Pöllatschlucht könnte nicht dramatischer gewählt sein.
Die Aussicht auf Alpen und Voralpenland ist grandios. Die Gestaltung der Innenräume orientiert sich an deutschen Rittersagen und an die musikalische Ideenwelt Richard Wagners. Die Wandmalereien im Arbeitszimmer der königlichen Privatgemächer stellen die Tannhäusersage dar. Den Ausziehtisch des
Speisezimmers ziert eine zweieinhalb Zentner schwere Plastik aus vergoldeter Bronze, die Siegfrieds Kampf mit dem Drachen darstellt.
Schlafzimmer
Wohnzimmer
Sängersaal
Thronsaal
Der in Anlehnung an die Wartburg bei Eisenach geschaffene Sängersaal ist mit Szenen aus der Parzifal-Dichtung und der Gralssage geschmückt. Über zwei Geschosse erstreckt sich
der fünfzehn Meter hohe, in Blau und Gold gehaltene Thronsaal- einer byzantinischen Basilika nachempfunden. Er wurde nie benutzt.
Burg Falkenstein:
Mit Neuschwanstein waren die steinernen Träume des Monarchen noch lange nicht ausgeträumt. Eine gotische Burg mit Türmen und Zinnen auf einem schroffen Felsen
wollte er bauen. Dazu erwarb er die Ruine Falkenstein bei Pfronten. Erste Arbeiten begannen. Ludwig II. ist über seinen Plänen gestorben.
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